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Ein Konzept mit Vorbildcharakter

Die SmartRegion Pellworm ist ein Vorbild für die Energiezukunft. Mit intelligenter Technik ist auf Pellworm eine Symbiose aus Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von regenerativen Energien gelungen.

Aber lässt sich das System auch auf andere Regionen Deutschlands übertragen? Auch dieser Frage sind die Wissenschaftler im Rahmen des Forschungsprojekts nachgegangen. Eine Energie-Analyse beleuchtete 146 Regionen Deutschlands anhand unterschiedlicher Verbrauchs- und Erzeugungskriterien. Drei Regionen wurden identifiziert, die der Region Pellworm ähnlich sind. Dazu gehören die durch hohe PV-Einspeisung geprägte Region Erding, die in Nachbarschaft zu Pellworm liegenden Windregionen der Kreise Nordfriesland und Dithmarschen sowie das westliche Rheinland-Pfalz, eine Mischregion mit PV- und Windkraftanlagen. Näher betrachtet wurden die Vergleichsregionen Nordfriesland und Dithmarschen sowie Erding.

Die Betrachtung beider Regionen verdeutlichte die Abhängigkeit des Speichernutzens von regionalen Einflussfaktoren:

  • So zeigte sich, dass die lokale Erzeugungs- und Verbrauchskonstellation (ohne Speicher) die Basis für eine sinnvolle und effiziente Dimensionierung der Speicher bilden. Bei einer hohen PV-Durchdringung können Speicher besser zu einer Steigerung des regionalen Eigenverbrauchs beitragen.

  • Zudem wurde der starke Einfluss des Einspeisemanagements auf die wirtschaftliche Attraktivität deutlich. Bei geringerem Einspeisemanagement können mehr Speicherkapazitäten vermarktet werden. 

  • Wird der Speicher hingegen so ausgelegt, dass eine effiziente regenerative Lastdeckung ermöglicht wird, sinkt der relative Deckungsbeitrag.

Die Berechnungen der Betriebsoptionen konnten für die Regionen ebenfalls bestätigt werden.

Das Konzept der SmartRegion Pellworm ist auf andere Regionen übertragbar. Entscheidend für die Attraktivität einer Investition in Speicher und den Einsatz im Rahmen eines virtuellen Kraftwerks ist allerdings eine effiziente Speicherdimensionierung. Diese ist von regionalen Faktoren wie dem Verbrauch vor Ort, dem lokalen Anlagenportfolio und dem Einspeisemanagement-Aufkommen abhängig. Für einen Transfer des Konzepts auf andere Regionen ist es daher zielführend, die Dimensionierung und den Einsatz von Speichern für die zu betrachtende Region mit Hilfe einer Simulation zu analysieren und auf dieser Grundlage die Entscheidung für eine Speicherinvestition zu treffen.